Eine Vision wurde Wirklichkeit (Rhein-Neckar-Zeitung)

Wettbewerbsteilnehmer im Rathaus empfangen – „Jede Chorarbeit ist eine soziale Arbeit“

Mosbach. Gut 150 gut gelaunte, überwiegend junge Sängerinnen und Sänger versammelten sich am Freitagabend auf dem Mosbacher Marktplatz. OB Michael Jann sowie Jurymitglied Prof. Frieder Bernius empfingen die Teilnehmer des erstmals ausgetragenen „Internationalen Wettbewerbs für Kammerchöre“ im Rathaussaal.

„Wir dürfen uns auf eine hochkarätige Konkurrenz freuen“, unterstrich OB Jann. Und erläuterte, weshalb ausgerechnet eine so kleine Stadt wie Mosbach auf die Idee gekommen sei, solch ein Ereignis auszurichten. Die Idee dazu stamme von Bürgermeister Michael Keilbach, der selbst im NKG-Männerchor mitsinge, der sich wiederum als bester Männerchor in Baden-Württemberg für die Teilnahme am Bundesentscheid qualifiziert habe. Nun werde seine Vision Wirklichkeit. Möglich gemacht haben dies eine ganze Reihe weiterer Helferinnen und Helfer. Etwa im Organisationsteam, das bereits seit Monaten den reibungslosen Ablauf des Wettstreits plane. Zahlreiche Ehrenamtliche kämen aus den Reihen des rührigen Chorverbands, der 40 Chöre aus der Region repräsentiere. Besonders Claudia Starke und dem früheren Vorsitzenden Steffen Ellwanger galt Janns Dank. Auch bei den Jurymitgliedern Prof. Frieder Bernius und Prof. Marcus Creed bedankte sich Jann. Und nicht zuletzt bei Christof Roos und Mathias Rickert, die als musikalische Berater all ihre Erfahrungen einbrachten und manche Kontakte herstellten. Last but not least – als Übersetzer fungierte Hans Happes – Erik Burger, der das öffentliche Gesicht kreierte, indem er Wettbewerbs-Website sowie alle Druckwerke ausgestaltete.

„Es ist zwar der erste Chorwettbewerb für Mosbach. Aber ich glaube nicht, dass die Organisatoren und die Sänger Neulinge sind“, unterstrich Prof. Frieder Bernius. Zusammen mit der Stadt Mosbach wolle man ein Forum für künstlerische Qualität schaffen. Wichtig sei es nicht, dass am Ende ein Chor den ersten Platz belege. „Das Wichtigste ist, dass Sie auch den anderen Chören zuhören.“ Denn jede Chorarbeit sei eine soziale Arbeit. Dazu gehöre, dass man zusammen singe und zusammen etwas schaffe.

„Wir sind extra für den Wettbewerb nach Europa gekommen“, erklärte Marta Mc Carthy. Die Pädagogik- und Didaktik-Dozentin leitet mit den „Chamber Singers“ der kanadischen Universität Guelph/Ontario. Die Sänger studierten so unterschiedliche Fächer wie Agrarwissenschaften, Biologie oder Medizin. Jedes Semester käme rund ein Viertel neuer Sänger dazu. Die meisten wollen nachdem Wettbewerb und einer Fahrt nach Heidelberg noch auf eigene Faust weiterreisen. Marta Mc Carthy freut sich darauf, mit ihrem Mann Leipzig zu erkunden.